Feuer im Frühling: Wenn Wiesen und Wälder brennen

Trockenes Laub, ausgedörrte Gräser, starker Wind – kaum eine Jahreszeit ist so brandgefährlich wie der Frühling. Warum gerade jetzt die Gefahr besonders groß ist und wie sich Brände verhindern lassen.

Warum der Frühling so gefährlich ist

Im Frühling liegt auf Feldern, Wiesen und Waldböden eine mächtige Schicht aus abgestorbenem Material: Vorjährige Gräser, Farne, Äste, Reisig und Laub haben den Winter überdauert und enthalten kaum noch Feuchtigkeit. Da die Bäume noch kein dichtes Blätterdach bilden und auch die sonstige Vegetation noch nicht gewachsen ist, gelangt die bereits kräftige Frühlingssonne ungehindert auf den Boden. Zusammen mit oft niedriger Luftfeuchtigkeit und trockenem Ostwind dörrt die Bodenvegetation extrem schnell aus. Dieses trockene Material wirkt wie Zunder.  Selbst nach ergiebigen Regenperioden kann die Oberfläche innerhalb weniger Tage gefährlich austrocknen, wenn Wind und Sonne zusammenwirken.

Lebensgefahr für Tiere

Waldbrände sind für viele Wildtiere eine tödliche Gefahr, denn nicht alle Spezies sind in der Lage, schnell vor den Flammen zu fliehen. Dazu verzehrt das Feuer Pflanzen und Bäume und damit die Lebensgrundlage für viele Tiere. Junge und kleine Tiere sind dabei besonders gefährdet — langsame Arten, deren natürlicher Instinkt es ist, einen Baum hinauf zu fliehen, können von den Flammen eingeschlossen werden. Im Frühjahr beginnt die Brut- und Setzzeit. Vogelnester mit Eiern oder Küken, Rehkitze im hohen Gras, Hasenjunge in Bodenmulden — sie alle sind völlig wehrlos und können weder fliehen noch gewarnt werden.

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Die häufigsten Ursachen

In den seltensten Fällen ist Selbstentzündung der Grund; fast immer ist der Mensch der Auslöser: 

  • Unachtsamkeit: Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann das trockene Material entzünden. Selbst wenn man glaubt, die Zigarette richtig ausgedrückt zu haben, können unbemerkt Glutpartikel in das brennbare Material gelangen und dieses unter günstigen Bedingungen später entzünden.
  • Feuer im Freien: Grillen oder Lagerfeuer auf oder an trockenen Flächen sind brandgefährlich, da Funkenflug über weite Strecken getragen wird.
  • Abgasanlagen: Katalysatoren von Autos, die am Waldrand oder auf Wegen über hohem, trockenem Gras geparkt werden, erreichen Temperaturen von über 500° C , welche deutlich für eine Zündung ausreichen.
  • Gartenarbeit: Das Verbrennen von Grünschnitt oder Unkrautvernichtung mit Abflammgeräten gerät im Frühjahr leicht außer Kontrolle.
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Fazit: Jeder kann einen Brand verhindern

Für einen hohen Prozentsatz der Waldbrände ist der Mensch verantwortlich – durch Brandstiftung oder schlichte Unachtsamkeit. Das ist die wichtigste Botschaft: Die Natur brennt nicht von selbst – wir zünden sie an.

Konkret bedeutet das für jeden Einzelnen:

  • Keine glimmenden Zigaretten in der Natur wegwerfen, insbesondere im Wald überhaupt nicht rauchen
  • Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe
  • Kein Verbrennen von Gartenabfällen an trockenen, windigen Tagen
  • Sofort die 112 rufen, wenn Rauch oder Feuer entdeckt wird